Corporate Blogger: 5 nützliche Tipps für erfolgreiche Blogposts

Blogger Relations: Was funktioniert in Deutschland und wo hakt es?

Weil ich gerade mein Buch über Corporate Blogging überarbeite, habe ich heute die immer noch junge Disziplin „Blogger Relations“ unter die Lupe genommen. Meist taste ich mich dabei vor mit der Suche nach aktuellen Informationen und Zahlen. Nun gibt es kaum einen Report, der sich so intensiv mit der Blogosphäre und eben auch mit Blogger Relations befasst, wie der Digital Influence Report (vormals: State of the blogosphere) von Technorati aus San Francisco.

Die neueste Version wurde Anfang 2013 veröffentlicht. Die darin vorgestellten Statistiken dürften sich zwar im Wesentlichen auf die Angaben von Unternehmen, Bloggern und Konsumenten aus den USA stützen (leider konnte ich dazu keine genaueren Angaben in dem Report finden). Dennoch lassen sich die Trends auch auf die Situation in Deutschland übertragen. Allerdings sicher teilweise mit erheblichem Zeitversatz.

Dass sich beispielsweise 65 Prozent der befragten Unternehmen mit „Influencer Marketing“ im Social Web beschäftigen, finde ich beachtlich. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass sich auch nur annähernd so viele deutsche Unternehmen über die klassische Pressearbeit hinaus aktiv um dieses Thema kümmern. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Zu viel Aufwand? Schlechte Agentur-Beratung? Berührungsängste? Mangelnde Bereitschaft, auf eine spezielle Dialoggruppe individuell einzugehen?

Die folgende Grafik zeigt, nach welchen Kriterien die 150 befragten Unternehmen die Bedeutung von Influencern beurteilen. Dass sie dabei vor allem Comscore und Nielsen nutzen, kritisiert der Report, da viele Influencer in diesen Rankings nicht genügend berücksichtigt würden.

Welche Kriterien findet ihr bei der Bewertung von Influencern am wichtigsten?

Auch interessant für Unternehmen, die Influencer Relations betreiben oder ein eigenes Blog haben: Immerhin 45 Prozent der befragten Konsumenten informieren sich über Produkte und Services auf Blogs, die damit auf Platz 5 der bevorzugten Informationsquellen stehen. In punkto Zuverlässigkeit des Informationswerts von Blogs rangieren diese ebenfalls auf Platz 5. Auf der Hitliste der Medien, von denen aus Inhalte geteilt werden, erobern Blogs sogar Platz 3. Dass Facebook bei allen drei Kriterien vor den Blogs liegt, finde ich als Blog-Anhängerin natürlich bedauerlich – aber so ist es nun mal.

Ich frage mich natürlich auch, inwieweit sich diese insgesamt positive Einschätzung der Leser auf B2B-Blogs übertragen lässt, zumal der Report im Vorfeld der CES erschienen war. Ich meine auf jeden Fall, dass sich B2B-Blogs, die sich auf den hohen Nutzwert ihrer Informationen konzentrieren, eine ähnlich geschätzte Informationsquelle werden können – je weniger Marketing- und PR-Blabla, desto besser.

Und was sagen die Influencer beziehungsweise Blogger selbst? Was ich besonders interessant fand: 64 Prozent machen mit dem Bloggen Geld! Immerhin elf Prozent verdienen mehr als 30.000 Dollar pro Jahr mit ihrem Blog oder sogar mit mehreren Blogs. Wenn ich an das jährliche Wehklagen auf der republica denke, kann ich mir kaum vorstellen, dass es in Deutschland so ist (ich lasse mich gerne eines Besseren belehren!). Aber zum Glück gibt es ja Bücher wie „Blog Boosting“ von Michael Firnkes, die wertvolle Tipps für mehr Umsatz und Reichweite liefern. 😉

Und woher kommt das Geld, das die von Technorati befragten Blogger einnehmen? Die wichtigsten Quellen sind: Banner-Werbung, Affiliate-Programme, gesponserter Content sowie gesponserte Produktbesprechungen.

Nicht nur als Buch-Autorin, sondern natürlich auch als Social Media Verantwortliche interessiert mich natürlich die Frage, wie Blogger in Deutschland zu diesen Zahlen stehen und welche Formen der Zusammenarbeit mit Unternehmen sie bevorzugen.

Was ist für euch die wichtigste Währung: Kontaktpflege, gute Informationen, Banner, Content? Oder alles zusammen?

Was macht  die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen für euch interessant? Welche positiven Beispiele von Blogger Relations aus der jüngsten Zeit fallen euch ein? Oder welche Aktionen fandet ihr nicht besonders geglückt?

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5 Responses to Blogger Relations: Was funktioniert in Deutschland und wo hakt es?

  1. Eva Zils 2. September 2013 at 08:27 #

    Hallo Meike,

    in Deutschland haben PR-Abteilungen noch so einiges zu lernen, was Blogger Relations angeht. Ich schreibe zwei Nischenblogs zum Online Recruiting und habe in einem meiner aktuellen Beiträge Blogger Relations definiert und beschrieben. Vielleicht gibt das noch weitere Impulse für Deine zukünftigen Posts?

    http://www.socialmedia-recruiting.com/blogger-relations-was-ist-das-wie-geht-das/

    Viele Grüße aus Straßburg,
    Eva

  2. Meike Leopold 3. September 2013 at 07:11 #

    Liebe Eva, danke für deinen Tipp und viele Grüße! Meike

  3. Robert Weller 3. September 2013 at 14:14 #

    Hallo Meike,
    Blogger Relations in Deutschland auf den Grund zu gehen und mal zu quantifizieren finde ich eine großartige Idee. Immer mehr Unternehmen erkennen den Wert von Blogs, aber ihnen fehlt noch so das richtige „Feeling“ wie sie sich verhalten müssen. Wichtig bei der Zusammenarbeit sind für mich v.a. Ehrlichkeit und Transparenz, Banner sollten hier eigentlich nicht zur Diskussion stehen, denn das sind irgendwo bezahlte Leistungen die nichts mit „Beziehung“ zu tun haben.

    Was ich auch interessant fand ist die Frage von Michael Firnkes, inwieweit nicht nur Unternehmen mit Bloggern zusammenarbeiten, sondern auch bloggende Unternehmen untereinander (http://goo.gl/STzzf8). Da hakt es glaube ich auch noch ziemlich, weil der Konkurrenzgedanke noch stärker ausgeprägt ist.

    Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die Corporate Blogsphäre entwickelt.

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