Content Marketing: Nur die Sicht der Leser zählt!

Wie kann Content Marketing (mit Firmenblogs) funktionieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich Urs Gattiker in seinem aktuellen Beitrag auf DrKPI. Dabei geht Urs gleich in medias res: Handelt es sich bei Content Marketing nicht letztlich um bloße Verkaufe und versteckte Werbung?

Eine berechtigte Frage – schließlich wird ein Firmenblog in der Regel nicht aus reinem Selbstzweck ins Leben gerufen. Dem Vorwurf, auf dem Blog eine reine Vertriebs- oder Verlautbarungsveranstaltung zu betreiben, kann ein Unternehmen nur entgehen, wenn es seinen Lesern den nötigen Nutz- oder Mehrwert bietet, den diese suchen – da bin ich ganz bei Urs.

Zugegeben: Diesen Anspruch zu verfolgen ist im laufenden Betrieb nicht immer ganz trivial. Ich habe mich dazu kürzlich im Rahmen der Blogparade #cmcb15 von Klaus Eck schon einmal geäußert:

Balancieren für das Unmögliche

Content Marketing: Für wen ist der Inhalt relevant?

Zitat aus meinem Post:

Mit den folgenden drei Leitsätzen halten wir DAS Salesforce Blog auf Kurs:

  1. Vom Leser her denken. Wir fragen uns bei jedem Text: Ist der Inhalt relevant und interessant für unsere Leser?
  2. Vom Leser her denken. Jeder Blogpost wird aus der Brille des Lesers verfasst. Somit versuchen wir, nicht über uns zu sprechen, sondern über den Nutzen, den die Anwender jeweils von unseren Produkten haben.
  3. Vom Leser her denken. Jeder Beitrag wird auf den Nutzwert für den Leser abgeklopft: Wir sind stets bemüht, dass wir mit unseren Blogposts Informationen mit Mehrwert liefern.

Ich freue mich sehr, dass Urs, der ein Ranking für erfolgreiche Blogs entwickelt hat, DAS Salesforce Blog als positives Beispiel für nutzwertige Inhalte hervorhebt. Ich weiß aber auch sehr genau, dass um ein lebendiges und informatives Firmenblog immer aufs Neue gerungen und gekämpft werden muss. Über diese Herausforderung werde ich auch bei der Konferenz “Rock the blog” auf der CeBIT 2015 referieren.

Ob Blog oder Online-Magazin: Am Ende zählen nur die Leser

Urs geht in seinem Beitrag auch auf die Entwicklung von Corporate oder Firmenblogs in Richtung Online-Magazin ein und stellt dabei das Beispiel “Featured” von Vodafone heraus. Sein Fazit: “”Nur weil opulente Online-Magazine hipp sind, müssen sie noch lange nicht nutzerfreundlich sein”. Mir persönlich gefällt an Featured auf jeden Fall die Tatsache, dass viel professioneller Aufwand in den Content gesteckt wird. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert ja auch Curved. Problematisch scheint mir bei beiden Projekten, dass nicht ganz klar ist, was mit dem Auftritt jeweils erreicht werden soll. Curved als verlegerischer Auftritt zahlt noch nicht einmal mehr auf die Marke ein, die dahinter steht.

Wie dem auch sei: Dass das altbekannte Look & Feel von Corporate Blogs eine Auffrischung erhält – Daimler und Adidas haben es jüngt vorgemacht – ist begrüßenswert und sicher werden viele früher oder später nachziehen. :)

Letztendlich geht es sowieso nicht darum, ob Leser auf einem Firmenblog landen (was vielen gar bewusst ist und was sie auch nicht interessant finden würden). Sondern darum, ob ihnen die Seite gefällt, ob sie nutzerfreundlich ist und ob sie die Inhalte bietet, die der Leser gesucht hat.

@Urs eine Frage hätte ich noch an dich: Hast du wirklich mit Peter F. Drucker gesprochen? :)

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