Content - so wird man nicht Apple, Coca Cola oder Red Bull

Content – so wird man nicht Apple, Coca Cola oder Red Bull

Content? Gerne – aber bitte ohne Aufwand und für umsonst! So der Titel meines jüngsten Beitrags auf Lead Digital. Offenbar hat das Thema bei einigen in meinem Netzwerk einen Nerv getroffen. Gerne stelle ich heute einige ihrer wertvollen Rückmeldungen vor. Ich glaube, dass die Statements einen repräsentativen Querschnitt der Erfahrungen darstellen, die Experten, Dienstleister und Verantwortliche an der “Marketing-Front” mit dem Thema Content Marketing machen.

Ich freue mich, wenn wir über das Thema hier gemeinsam weiter diskutieren. Mehr denn je brauchen Unternehmen unterhaltsame, informative, transparente, hochwertige und nützliche Online-Inhalte für ihre Dialoggruppen. Dieser Anspruch ist es wert, unbeirrt und konsequent weiter verfolgt zu werden – egal ob von Marketingchefs oder Agenturen! Ganz gleich, wieviel Nebelsuppe und hohles Geschwätz sich mittlerweile um das Schlagwort Content versammelt hat!

Alles Hype?

Ganz ehrlich gesagt verstehe ich den Hype nicht, der in den letzten zwei Jahren um Content entstanden ist. Der Anspruch informativ, unterhaltend und nur über Kompetenz zu werben ist schon älter. Bin jetzt mal so frei und verlinke auf einen eigenen Blogbeitrag dazu.” (Stefan Hauck)

Content-Strategie? Fehlanzeige

“Oft wird vergessen vorher eine Strategie zu erstellen. Letztendlich überzeugt nur der hochwertige Inhalt, der dem Leser einen Mehrwert gibt. Die Story kann gerne emotional sein, jedoch nicht ausschließlich. Ansonsten ist das nur Werbung – mehr nicht.

Es gibt ein sehr interessantes Interview mit Mr. Media Thomas Koch, der die Frage nach Neuem in Sachen Content Marketing stellte. Thomas Koch: “Content ist etwas, was wir verloren haben. Werbung heute ist… es ist Buzzwords, Bullshit, Reklame. Es geht nur darum, den Leuten irgendwelche Botschaften um die Ohren zu hauen. Im TV zeigt sich das in den kurzen Spots und online in den uns allen bekannten Werbemitteln. Wir haben ja auch weitgehend verlernt, Geschichten zu erzählen. Und jetzt ist Content Marketing einfach ein Hype…” Übrigens: Wenn man den richtigen hochwertigen Content zur richtigen Zeit am richtigen Ort platziert, dann kann man auch messbare Erfolge erzielen. Das setzt wieder die richtige Strategie voraus.” (Michael Bernau)

“Meist fehlt halt das Marketing zum Content. Also eine Strategie. Dass dann mangels Refinanzierungsperspektive beim 0815-Management keine Begeisterung aufkommt, überrascht dann nicht.” (Simon Geisler)

Content Marketing braucht seine Zeit

“Ich habe den Eindruck, dass seit dem Hype um “Content” das Ganze eher weniger mit “Inhalt” zu tun hat. Als es noch um Inhalte ging, ging es eben noch um wirkliche Inhalte, getrieben von redaktionellen Ansprüchen. Seit Content mehr zum Werbeselbstzweck degeneriert, geht es um Content-Strategie, Content-Produktion und Content-Lieferungen, um Workflow und Automatisierung. Ein Auftrag “Produktion und Lieferung von Content zum Tag x” hat auch sowas von “Sack Nägel bestellen und liefern lassen”. Aber auch in der Qualität der Nägel gibts halt Unterschiede…” (Kerstin Kitzmann)

“Leider ist ein Lieblingswort von deutschen CMOS und CEOs “Skalierbarkeit”. Alles muss skalieren. Content Marketing braucht seine Zeit. Wertigkeit und Beziehungen entstehen nicht auf Knopfdruck. Deswegen wird (…) erst der Kanal gewählt und dann die Botschaft, die man durchjagen will. Alle wollen Content, aber keiner will dafür bezahlen. Erinnert mich an die Aussage “Alle wollen so sein wie Apple, aber keiner will etwas dafür tun”. Die Wahrheit: 99% fehlt doch der Anspruch, die Disziplin, die Leidenschaft oder gar alles genannte. So wird man nicht Apple, Coca Cola oder Red Bull.” (Benjamin Harmanus)

Hoher Anspruch aber leider keine Ressourcen

“Das Ermüdende ist: Das ist seit x Jahren so. Dass Webpräsenzen – egal ob auf der Unternehmenswebsite, dem Blog, Facebook, Youtube und und und – Inhalte in Form von Texten, Bildern etc. brauchen und das Arbeit macht, fällt jetzt bloß auf, wo die klassische oder klassisch-digitale Werbewelt das Thema “Content Marketing” “entdeckt” hat. Eines von vielen Beispielen, auf die ich immer wieder treffe:

Ein Modelabel betreut “Social Media” – 5 Marken auf je 5 Kanälen global – mit einer Mitarbeiterin/Community-Managerin, ohne dass das aus der Organisation von Content-Ownern unterstützt wird. Es gibt nicht einmal eine Krankheitsvertretung. Abenteuerlich! Warum? Weil es kein Budget gibt. Warum? Weil die Mitarbeiterin nicht den Nachweis ihrer Tätigkeit erbringen kann. Warum? Weil sie allein ist. Warum? Weil es keine Strategie, eine gezielte digitale Transformation in der Organisation und realistisch kalkulierte Ressourcen gab. Und so weiter.” (Susanne Lämmer)

Können Agenturen das wirklich?

“Soll man dem Artikel widersprechen? Nein, kann man nicht. Aber wenn man auf die Agenturseite schaut, fragt sich der Kunde mit spitzer Zielgruppe schon, was er bekommt für sein Geld, sprich ob das der “andere” denn wirklich kann. Manche Ansprachen zum Thema Content Marketing von Agenturseite fühlen sich so an: “Ist jetzt das Ding” – “Sind wir jetzt auch Spezi’s drin” – “Mach mit, muss man jetzt” (Mario Alves)

Zum Glück gibt es auch die Schlauen 🙂

“Viele Auftraggeber wollen nach einigen Wochen schon messbare Erfolge sehen wie Umsatzsteigerung, mehr Kunden etc. Dass es bei Content um eine langfristige Beziehung geht, wollen sie einfach nicht verstehen. Und dass es keine Ausrede ist, auch nicht 😉 Aber es gibt noch schlaue Unternehmen, die bereit sind guten Content zu haben und gut dafür zu bezahlen :)” (Walter Epp)

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