State of Marketing 2015: Social schmeißt Kinderschuhe weg

State of Marketing 2015: Social schmeißt Kinderschuhe weg

Kürzlich ist die Studie „State of Marketing 2015“ von Salesforce erschienen. Ich habe sie etwas genauer unter die Lupe genommen. Besonders in Bezug auf Social und Blogging, versteht sich. Wer mehr über die weiteren Schwerpunkte E-Mail und Mobile erfahren möchte, sollte sich die Studie herunterladen – es lohnt sich.

Befragt wurden über 5000 Marketingverantwortliche weltweit – so gibt es praktischerweise auch ganz konkrete Zahlen zur Situation in Deutschland, wo die Uhren etwas anders ticken als etwa in den USA. Schauen wir uns zunächst die wichtigsten Ergebnisse im Überblick an. Global sehen die Marketiers diese drei Herausforderungen:

  • Neugeschäft generieren
  • Die Qualität der Leads erhöhen
  • Schritt halten mit neuen Trends und Technologien

Dabei finden 66 %, dass Social Media von zentraler Bedeutung für ihr Business ist, was einer Steigerung von über 150 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. 66 % haben ein eigenes Social Media Team.  64 % meinen, dass Social ein tragendes Element für die Vermarktung ihrer Produkte und Lösungen ist. Mehr als die Hälfte glaubt, dass Social Media einen Return on Invest (ROI) bringen wird oder jetzt schon indirekt einen Nutzen bringt. Entsprechend erhöhen rund 70 % der Befragten ihre Budgets in den Bereichen Social Media Advertising, Social Media Marketing und Social Media Engagement.

Social: Blick auf Deutschland bringt Ernüchterung

Und wie sehen das die Kollegen in Deutschland? Die Zahlen sprechen eine deutlich zurückhaltendere Sprache. Immerhin 47 % sehen Social Media als einen wichtigen Beitrag, 42 % finden, dass es von zentraler Bedeutung für ihr Business ist. Aber nur 31 % (!) haben ein eigenes Social Media Team. Und ein stärkeres Investment in das Thema steht schlicht nicht auf der Agenda. Ob hier das hinlänglich bekannte Argument, dass die USA nun mal die Nase vorn haben, noch plausibel ist? Die Franzosen beispielsweise liegen in der Studie signifikant vor den Deutschen mit ihrer Einschätzung zu Social. Witzig ist: Die deutschen Marketiers geben an, dass es für sie besonders wichtig sei, bei aktuellen Marketing-Technologien auf der Höhe der Zeit zu sein.

Werfen wir noch einen Blick auf die Zusammenfassung für den B2B-Bereich. Hier haben über 50 % (weltweit) ein dediziertes Social Media Team und über 50 % glauben, dass Social für sie ein unverzichtbares Thema ist. Mehr Geld wollen die Unternehmen u.a. für Content Marketing (66 %) und Social Media Advertising (64 %) ausgeben. Immerhin ein Lichtblick. Content Marketing ist für die vielzitierte Customer Journey in je nach Zielgruppe sehr langen Kaufentscheidungsprozessen unverzichtbar. Und im B2B sind die Themen oft komplexer und schwer zu vermitteln. Da müssen Profis ran, um die Themen ansprechend und verständlich zu vermitteln – zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.

Beliebte Netzwerke und Blogging

Und welche sozialen Netzwerke stehen bei den Unternehmen hoch im Kurs? Facebook (oh Wunder) ist der Platzhirsch: 80 Prozent der befragten Marketing-Leute setzen es in der Kommunikation ein. Blogs stehen immerhin auf Platz 6, aber nur 34 Prozent der Befragten nutzen das Medium. Interessant scheint zum Beispiel „Tagged„, das zwar nicht von vielen Unternehmen genutzt wird, dafür aber als sehr effektiv eingestuft wird. Blogs erhalten in punkto Effektivität übrigens ebenfalls eine gute Bewertung mit über 70 Prozent. Im Gesamtkontext der digitalen Kommunikation schätzen nur rund 60 Prozent der Befragten Blogs als effektives Medium ein – allerdings wissen die anderen 40 Prozent scheinbar auch nicht so recht, was sie davon halten sollen.

Die Studie schließt daraus: Mehr „Aufklärung“ tut Not! Also ran an die Kamellen, Leute! 😉

Studie_Marketing

Was ist zu tun?

Damit sind wir auch schon bei den Empfehlungen der Autoren rund um Social:

  • In Ressourcen (Headcount und Budget) zu investieren empfiehlt sich, weil Social ein ernstzunehmender Channel ist. Zitat: „It is no longer on the fringe marketing outlet it once was“.
  • Es lohnt sich, soziale Kanäle daraufhin abzuklopfen, wie und ob die eigenen Themen dort ankommen – Stichwort Monitoring bzw. Social Listening. „Tagged“ wird es in Deutschland wohl nicht gerade sein, aber wer weiß, welche Überraschungen bei der Recherche  herauskommen?
  • Social bringt nicht genügend Ergebnisse? Einfach erstmal auf ein Netzwerk konzentrieren, das gut funktioniert, statt sich auf vielen verschiedenen zu verzetteln.
  • Öfter am Wochenende posten und immer jemanden im Einsatz haben, der parat steht für den Dialog. Kunden ist es egal, wann und wo sie ein Unternehmen kontaktieren: Sie erwarten Antworten. Und sie sind frustriert, wenn diese nicht sofort kommen.
  • Zeiten testen: Über einen Zeitraum von drei Monaten verfolgen, zu welchen Zeiten das Engagement am höchsten ist – und dann danach handeln!
  • Und last but not least: Social Advertising funktioniert nur dann, wenn ein solides, auf die Zielgruppe abgestimmtes redaktionelles Angebot auf dem jeweils genutzen Kanal zu finden ist.

Fazit: Dass Social Media erwachsen und damit produktiv wird, ist auch unter den Experten in Deutschland seit einiger Zeit Konsens. Hoffen wir, dass mehr Entscheider schon bald danach handeln und sich nicht von ihren Kollegen weltweit die Butter vom Brot nehmen lassen!

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