Wie ich zum Bloggen kam #blogparade

Wie kamt ihr eigentlich zum Bloggen? Alexandra Steiners Idee, eine Blogparade über die eigene, persönliche Bloggeschichte ins Leben zu rufen, finde ich sehr schön. Deshalb reihe ich mich heute gerne mit einem eigenen Post dazu ein.

Ich blogge seit fast sechs Jahren. Mit dem Bloggen bin ich nicht zuerst privat, sondern beruflich in Berührung gekommen. Und zwar firmierte die Firma „Softlab“, bei der ich damals PR-Verantwortliche war, 2008 zu „Cirquent“ um. Dieses Rebranding war gleichzeitig die Initialzündung für das „Cirquent Blog“. Es war zu der Zeit eines der wenigen B2B-IT-Blogs in Deutschland und gehörte auch sonst zu den Pionieren unter den Unternehmensblogs ein, beispielsweise mit dem „Daimler Blog“ oder dem „Vodafone Blog“.

Wenn ich daran denke, wie spielerisch und sorglos wir das Projekt seinerzeit angegangen sind, muss ich echt grinsen. 😉 Im Vordergrund stand der Entdeckergeist: Zuvor hatte das Kommunikations-Team nämlich schon sehr positive Erfahrungen mit der Kommunikation in  „Second Life“ gesammelt.

Das erste Blog-Projekt kostete auch Lehrgeld

Keiner der Beteiligten ahnte 2008, welche Strahlkraft das Blog mit der Zeit entwickeln würde. Zunächst mussten wir aber Lehrgeld zahlen: Die Mitarbeiter waren zwar für das Bloggen eingeplant, aber nicht von Anfang an mit eingebunden. So musste im Nachhinein umso mehr Aufwand in die Rekrutierung von Autoren und damit Content gesteckt werden – es war die reine Feldarbeit. Aber sie  hat sich ausgezahlt. Mit den Jahren wurde das Blog immer bekannter und war auch intern anerkannt als zeitgemäßes Medium für die Veröffentlichung von Neuigkeiten aus dem Unternehmen. Dass wir nachhaltige Arbeit geleistet haben, zeigt die Tatsache, dass das Blog heute noch als „NTT Data Blog“ live ist.

Als ich NTT Data 2012 verließ, launchte ich mein eigenes Start Talking Blog, das zunächst auch einen beruflichen Fokus hatte, da ich mich als Kommunikationsberaterin selbstständig mache wollte. Das Blog ist dieser Tage ein Jahr alt geworden, stelle ich beim Schreiben gerade fest. 🙂 Im Herbst 2012, nachdem ich mein Buch über Corporate Blogs geschrieben und abgegeben hatte, entwickelte sich alles in eine andere Richtung: ich heuerte als Social Media Verantwortliche beim Cloud-Pionier salesforce.com an. So kam ich in die glückliche Lage, auf meinem privaten Blog ein sehr viel breiteres Themenfeld bearbeiten zu können. Aber die Posts drehen sich immer noch häufig um Corporate Blogs oder um Social Media im weiteren Sinne. Da ich seit kurzem im Münchner Chapter der Ironblogger bin, komme ich auch privat wieder mehr zum Bloggen – der Druck hilft wirklich! Wusste gar nicht, dass ich so (ehr)geizig bin. 😉

Ein für alle Mal: Ein Blog ist keine „Inbound Marketing Engine“!

Der Aufbau eines Corporate Blogs ist nach meiner langjährigen Erfahrung eine extrem vielseitige, aber auch herausfordernde Aufgabe. Das hat mir auch der Launch von „DAS Salesforce Blog“ im Mai 2013 wieder einmal gezeigt. Zum einen erfordert das Projekt eine geschickte interne Kommunikation – besonders in der Startphase. Schließlich gilt es, das Management, wichtige Stakeholder wie Personaler und nicht zuletzt die Mitarbeiter für das Blog zu gewinnen. Zum anderen besteht die redaktionelle Aufgabe darin, eine langfristig lebendige Plattform für das Vermarkten von Unternehmensinhalten zu schaffen, die sich ständig weiter entwickeln muss. Dazu kommt das laufende Monitoren und Managen des Dialogs mit den Lesern.

Richtiggehend allergisch bin ich übrigens gegen den Trend, Corporate Blogs zur reinen „Inbound Marketing Engine“ für das Generieren von Leads zu erklären. Auf einem Unternehmens-Blog geht es in erster Linie um Kommunikation und um den Dialog! Klar, wenn die Redaktion einen guten Job macht, werden sich die Leser automatisch auch für weitere Inhalte des Unternehmens interessieren. Das ist gut und aus Unternehmenssicht erfreulich und auch legitim. Aber ein solcher (messbarer) Erfolg setzt nutzwertige Inhalte UND einen ständigen Austausch mit den Lesern voraus. Sobald die Leser wie „Klickvieh“ zur Adressabgabe gescheucht werden, riechen sie den Braten. Die Folge: Das Blog wird nicht lange lebendig bleiben und verkommt zu einer traurigen „Upselling“-Seite.

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