Bloggen: Viel mehr als einfach nur Content #cmcb15

Bloggen: Viel mehr als einfach nur Content #cmcb15

Großartiger „Content“ zieht uns automatisch in den Bann – sei es ein Cartoon, ein Gedicht, ein Buch, ein Artikel oder ein Blogpost. Aber wie heißt es im Clue #17 des lesenswerten Updates vom Cluetrain Manifesto so schön? „A teenager’s first poem, the blissful release of a long-kept secret, a fine sketch drawn by a palsied hand, a blog post in a regime that hates the sound of its people’s voices — none of these people sat down to write content.“

Hier kracht der Nagel hörbar auf den Kopf! Guter Content entsteht eben nicht um seiner selbst willen – sein Brennstoff ist Kreativität und der Drang dazu, etwas zu sagen, das gesagt werden muss. Und letztlich ist „Content“ nur ein aktueller Wortstempel, der auf so schöne und nützliche Dinge wie mitreißende Geschichten oder einfach spannende, informative und unterhaltsame Inhalte gedrückt wird.

Ist Content das neue Social?

Dabei kommt es mir manchmal so vor, als sei das vielgerühmte „Content Marketing“ eine Art Fallback-Lösung für viele ist, die vor einigen Jahren noch an die Utopie von Social Media geglaubt haben – und erkennen mussten, dass die Welt (der Unternehmen) nur mit Wasser kocht bezüglich Transparenz und Gespräch mit der Öffentlichkeit. Frei nach dem Motto: Der digitale Dialog ist in der Geschäftswelt nicht so gefragt? Dann setzen wir eben auf Content: Denn Inhalte für Google und Social – die haben schließlich Gültigkeit und Nutzwert und lassen sich daher erfolgreich verkaufen.

Aber ich schweife ab. Denn eigentlich wollte ich euch heute erzählen, warum ich blogge. Schließlich hat Klaus Eck eine Blogparade zum Thema „Content Marketing und Corporate Blogs“ gestartet. Und da möchte ich gerne mitmachen, denn ich habe mein Blog „Start Talking“ – und ich bin Corporate Bloggerin der ersten Stunde.

Vorweg: Bloggen ist in jeder Hinsicht lohnenswert. Aber: Das mit dem Content im Internet kann eine anspruchsvolle, ja mitunter sogar stressige Sache sein! Dauernd müssen neue „Inhalte“ her – am besten mehrfach pro Woche! Jeder Blogger fürchtet das berühmte „weiße Blatt“, vor dem er morgen schon wieder sitzt, denn der Hunger des Internets ist unstillbar. „Publish or perish!“ Dieses Damoklesschwert hängt Tag und Nacht über den Köpfen der Blogger. Und das Schlimmste ist: Wer nicht rechtzeitig liefert, muss zahlen! Zumindest bei den Iron Bloggern. Deren Regel ist einfach: Wer eine Woche nicht gebloggt hat, zahlt 5 Euro in die Trinkkasse.

Ein bisschen Druck ist bisweilen hilfreich – deshalb habe ich mich der knallharten Abmachung der Iron Blogger freiwillig unterworfen. Aber auch das füllt mein Blog nicht von selbst. Immer wieder stelle ich fest: Ein guter Blogpost schreibt sich nicht von alleine. Er muss aus dem Bauch kommen, aus dem Gefühl, dass er geschrieben werden sollte. Klar: Recherche und Fakten sollten dabei genauso stimmen. Aber für mich muss es beim Bloggen um etwas gehen, über das ich sagen oder erzählen WILL. Und nicht um etwas, dass gesagt werden muss, weil Content fehlt.

Mein Blog ist mein Brand

Kann Aktualität Bloggern bei akutem Themenmangel helfen? Jain. Sascha Pallenberg meinte neulich ganz treffend:  „Gut ist der Content, der nicht genau in dem Moment alt ist, in dem der Blogger auf den Publishing Button drückt.“ (Insofern haben die Blogger dieselben Herausforderungen, mit denen die Medien heute konfrontiert sind). Und wir alle wissen: Manchmal stehen wir sprachlos vor Ereignissen wie dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris und können erst ein paar Stunden oder sogar Tage später mit genügend Abstand davon wirklich sagen, was wir darüber denken oder fühlen. Mir geht es beim Bloggen zumindest häufig so.

Natürlich gibt es jede Menge positive Dinge über das Bloggen zu sagen – sonst hätte ich dieses Blog nicht. Es bietet mir Raum und Platz für meine Ideen und Gedanken. Gleichzeitig ist es der Ort, an dem ich mein „virtueller Brand“ als Kommunikationsfrau am besten zum Ausdruck bringen kann – ohne die Auflagen oder Einschränkungen, die mit sozialen Netzwerken manchmal verbunden sind. Dabei schreibe ich nicht über Gott und die Welt, sondern konzentriere mich auf meine Leib- und Magenthemen Unternehmenskommunikation, Social Web, Unternehmensblogs, PR und Marketing.

Insofern bleibt der Fundus an Themen für mein Blog auch im Jahr 2015 unerschöpflich – auch wenn das weiße Blatt ab und zu einfach etwas länger vor mir liegt. 😉

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Fünf Gründe warum ich blogge

PR, Pressearbeit, Marketing: Hauptsache zufriedene Kunden

Und ein Unternehmensblog machen wir auch noch

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