Influencer Relations: Nur für große Firmen machbar?

Influencer Relations: Nur für große Firmen machbar?

Auf dem neuen Famab Blog habe ich gerade einen Beitrag über Influencer Relations veröffentlicht. Darum hatte mich Blog-Managerin Pia Kleine-Wieskamp gebeten. Das Thema bot sich wunderbar an, da ich gerade die Blogger Relations rund um die Salesforce World Tour im vergangenen Juli gemanaged hatte.

Nun ist Salesforce ein großes, bekanntes und international aufgestelltes Unternehmen, klar kann es sich solche Initiativen leisten, werdet ihr vielleicht denken. Wahrscheinlich hat mich Urs Gattiker deshalb auf dem Famab Blog gefragt: „Was vielleicht noch interessant ist, (…) wie dies ein KMU machen soll (Weniger als 250 Vollzeitangestellte). Rund 80% aller deutscher Unternehmen haben weniger als 20 Vollzeit Arbeitsplätze, wie können diese Influencer Marketing anwenden?“

Influencer Relations: Was wollen Sie erreichen?

Zunächst: Ich finde nicht, dass Influencer Relations nur für große Firmen interessant sind. Wie immer in der Unternehmenskommunikation steht zuallererst die Frage im Vordergrund: Was wollen wir erreichen? Und was ist die geeignete Kommunikationsmaßnahme, um dahin zu kommen? Das könnte in Zeiten allgemein sinkender Glaubwürdigkeit von Marketingbotschaften durchaus das „Empfehlungsmarketing“ mit neuen Mitteln sein. Und vielleicht ist das sogar die Chance, sich von den Großen wirksam zu unterscheiden?

Aber es muss ja nicht gleich die Kür sein. Erstmal die richtige Basis schaffen. Und dabei helfen zwei Komponenten, habe ich Urs geantwortet.

Unternehmensblog für Gespräche auf Augenhöhe

Erstens ist es sinnvoll, eine Content Plattform zu haben, über die das Unternehmen auf Augenhöhe mit seinen Kunden spricht. Die sind ja oft genug schon Fürsprecher für die eigenen Produkte oder können es noch werden. Ein Unternehmensblog eignet sich in meinen Augen ideal dafür. Einerseits bietet es die Möglichkeit, zielgruppengerechten und aktuellen Content auf einer eigenen Website zu publizieren. Andererseits ist es ein Dialogkanal.

Es gibt durchaus KMU, die den Mut haben, langfristig und nachhaltig zu denken und die sich an ein Blog wagen: Letztlich kann das Medium eine günstigere und gezieltere Marketing-Maßnahme als manche andere sein – wenn es von Anfang an ernstgenommen und richtig angepackt wird.

Zuhören und lernen

Zum anderen ist das Social Listening ein ganz wichtiger Faktor. Mit Social Media Monitoring finden Unternehmen heraus, WER im Netz wie und wo über ihre Themen, Produkte oder sogar ihr Unternehmen spricht. Das Monitoring ist ganz unabhängig von der Unternehmensgröße ein wichtiger Bestandteil im heutigen Online-Marketing, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen noch gezielter bewerben zu können.

Monitoring muss nicht immer gleich teuer sein: es gibt heute zahlreiche kostenlose Tools, mit deren Hilfe ich mehr Transparenz darüber bekomme, was im Netz gesprochen wird. Wenn ich merke, dass mir das Listening weiterhilft, kann ich es weiter ausbauen und über noch leistungsfähigere Bezahl-Lösungen nachdenken.

– Es gibt übringes mittlerweile auch spezielle Anbieter, die sich auf die Suche und Definition von Online-Influencern spezialisiert haben – aber da ist meiner Meinung nach (noch) nicht alles Gold was glänzt. –

Wenn ich meine einflussreichen Meinungsmacher einmal gefunden und definiert habe, kann ich im nächsten Schritt darüber nachdenken, wie ich sie anspreche und mit ihnen zusammenarbeite.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Die Zahl Zwei klingt eigentlich immer gut und harmonisch. Aber während ich über Influencer Relations nachdenke, fällt mich noch eine DRITTE übergeordnete Komponente ein, ohne die die ersten beiden nur halb so gut funktionieren:

Unternehmen müssen nämlich grundsätzlich offen dafür sein, dass es neue Multiplikatoren im Netz gibt, und bereit dazu, den Dialog mit ihnen aufzunehmen. Influencer im (Social) Web sind keine Ansprechpartner zweiter Wahl, „Schmuddelkinder“ oder ähnliches.

Und ihr oft sehr direktes und ungeschminktes Feedback kann ganz neue, wertvolle Blickwinkel auf das eigene Unternehmen (und seine Kommunikation) eröffnen. Das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein, von der beide profitieren. Aber nur, wenn die Bereitschaft, dies als Chance zu begreifen, wirklich vorhanden ist.

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