Tchibo Blog: "Themenschärfung im Fokus" #blogfuture

Tchibo Blog: „Themenschärfung im Fokus“ #blogfuture

Welchen Stellenwert haben Blogs heute im Kommunikationsmix von Unternehmen? Wo geht die Reise mit diesem Format hin? Um das herauszufinden, habe ich erfahrene Corporate Blogger gefragt, welche Prioritäten und Pläne sie verfolgen. Meine Interview-Serie #blogfuture startet mit Sandra Coy vom Tchibo Blog.

Das Tchibo Blog ist seit 2011 online. Der Auftritt ist bei Corporate Communications angesiedelt. Blog-Chefin ist Sandra Coy. Zu den Tchibo-Bloggern gehören Mitarbeiter aus PR, Kaffee, Non Food, Einkauf oder Qualität aber auch Gastblogger. Allein im vergangenen Jahr gingen 150 Beiträge live.

Tchibo Blog: „Kommunikationszentrale im Social Media Meer“

Frau Coy, was sind für Sie die wichtigsten Vorteile des Tchibo Blogs?

Wir betrachten unseren Corporate Blog als Kommunikationszentrale im unruhigen Social Media Meer, manche würden auch „Content Hub“ sagen. Hier spielen wir die für uns wichtigen Themen zu Kaffee, Wochenwelten, Employer Branding und Unternehmensverantwortung – und sind lange auffindbar.  Gegebenenfalls verbreiten wir den Content vom Blog aus über Touchpoints (Facebook, Xing, Twitter). Mit realen Personen/Autoren etabliert sich die Tchibo Konzernkommunikation als seriöser Ansprechpartner und kann Agenda Setting betreiben. Für uns auch nicht zu unterschätzen: Der Blog als Ankerpunkt in der Krisenkommunikation. Auch eignet sich ein Corporate Blog sehr gut, um Blogger Relations zu betreiben.

Sandra Coy_klein

Sandra Coy ist gelernte Journalistin und arbeitete viele Jahre als Redakteurin und Autorin für TV und Hörfunk. Von Dezember 2008 bis November 2015 war sie als Chefredakteurin verantwortlich für die Interne Kommunikation bei Tchibo. Im Dezember 2015 wechselte Sandra Coy in die Sprecherfunktion für Unternehmensverantwortung & Qualität. Darüber hinaus betreut sie seit 2011 inhaltlich und strategisch den Corporate Blog sowie den Tchibo Twitter-Auftritt.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Tchibo Blog, und wie messen Sie den Erfolg?

Wir wollen mit dem Blog Mitarbeitern genauso wie externen Stakeholdern (Journalisten, neue Mitarbeiter, Kunden) Einblicke in das Firmenleben gewähren. Das funktioniert in Geschichtenform, als Interview, in Bildgeschichten oder als Video. Wir wollen auf anschauliche Weise CSR-Kommunikation betreiben. Die Firmenkultur vermitteln. Qualitätsprozesse aufzeigen. Von neuen Produkten und Trends berichten. Wir messen natürlich in Klickzahlen, aber noch wichtiger ist das Feedback von Journalisten, die Geschichten vom Blog übernehmen oder die Berichte von neuen Mitarbeitern (Stichwort Employer Branding), die sich aufgrund von Blogartikeln ein differenziertes Bild von der Tchibo Firmenkultur machen konnten.

Mehr Content Marketing im Tchibo Shop

Unternehmensblogs müssen mit der Zeit gehen. Der Trend geht zu aufwändigen Online-Magazinen, gesponserten Themen-Blogs oder auf der Website integrierten Newstickern ohne Kommentarfunktion. Planen Sie Veränderungen, um das Tchibo Blog zu modernisieren – beispielsweise Relaunch, vollständige Integration in die Website oder sogar das Abschalten des Blogs zugunsten anderer Kommunikationskanäle?

Nein. Aufwändige Online-Magazine sehen wir im Marketingbereich. Da wir unseren Tchibo Online-Shop aber in der Tat mehr in Richtung Content Marketing und Community ausrichten, werden wir den Corporate Blog so belassen. Allerdings werden wir mehr in die Themenschärfung gehen müssen: verstärkt Hintergrundberichte, Serien über Mitarbeiter und Qualitätsprozesse, Geschichten über die textile Lieferkette, soziales Engagement und Kaffeeanbau. Auch einem Design-Relaunch steht natürlich nichts im Weg.

Bloggt Tchibo oder bloggen Vertreter des Unternehmens auch auf anderen Plattformen wie LinkedIn, Facebook oder Medium oder ist dies für die Zukunft geplant? Welche Erfahrungen haben Sie damit bereits gemacht (mehr Infos dazu liefert auch meine Blogparade #bloggenohneblog)?

Seit 2011 online: Das Tchibo Blog

Seit 2011 online: Das Tchibo Blog

Noch nicht, aber: Ihre Blogparade hat uns vor Augen geführt, dass wir hier ansetzen sollten. Allerdings sehen wir diese Plattformen eher als Touchpoint. Kein Leser hält sich dort lange mit der Lektüre von Inhalten auf, auffindbar sind diese ohnehin nach kurzer Zeit nicht mehr. Da meiner Erfahrung nach Blogthemen oftmals erst nach Wochen oder Monaten gelesen werden (gefunden über die Google Suche), macht es keinen Sinn, ausschließlich ohne Blog zu bloggen.

Arbeiten Sie in punkto Blog auch mit externen Dienstleistern zusammen – etwa bei Strategie, Content oder Technik? Welche Vor- und Nachteile sehen Sie dabei?

Die Inhalte erstellen wir zu 95 Prozent ohne externe Hilfe, also hier im Haus. Aber natürlich haben wir einen technischen Dienstleister und tauschen uns mit unserer PR-Agentur zur Strategie aus.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Coy!

Stay tuned! Meine nächste Interviewpartnerin ist Saskia Nuschke vom factory 42 Fachblog.

Eventtipp für Münchner: Einblicke in die Welt der Firmenblogger bietet auch der Blogger Stammtisch im PresseClub München am 16. Februar ab 19 Uhr.

, , , , , , , ,