Heute fragte eine Freundin bei Facebook vorsichtig in die Timeline: Es schwächelt die Likes-Lust – oder kommt mir das gerade nur so vor? Nein, das hat sie ganz richtig erkannt. Sie haben die organische Reichweite drastisch runtergedreht – mal wieder:

Reichweiteneinbruch: Engagement auf Facebook um 20 Prozent gesunken

Als Social Media Nutzerin der frühen Stunde wie ich eine bin und natürlich als Kommunikationsverantwortliche/r im Unternehmen kann man das alles sehr traurig und ungerecht finden – oder gar das Ende von Social Media herbeireden. Ich finde, die richtige Botschaft ist die:

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Erstens: Facebook ist nicht gleich Social Media.

Zweitens: Bei denen geht es ums Geldverdienen und nicht ums Weltverbessern! (Bei allen anderen doch auch)

Facebook kämpft mit dem Content-Overkill

Noch dazu haben die Kollegen von „Unbounce“ natürlich völlig Recht wenn sie sagen, dass auf Facebook (und anderswo) ein absoluter Content-Overkill herrscht. Damit müssen sie logischerweise irgendwie umgehen: „Facebooks höchste Priorität besteht darin, die aktuell 1,7 Milliarde an Nutzern zufriedenzustellen, und der beste Weg dafür ist, ihnen nur den für sie relevantesten Content im Newsfeed anzuzeigen.“

Es sei dahingestellt, was genau „relevanter Content“ bedeutet. Jedenfalls gibt es in dieser Lage für Unternehmen immerhin (!) drei Optionen:

  1. Die Sachlage achselzuckend zur Kenntnis nehmen und abwarten, bis es noch schlimmer wird (naja!).
  2. Noch mehr Geld in die Hand nehmen für Facebook-Werbung (ist immer noch günstiger und wirksamer als manche andere digitale Werbeform).
  3. Die bisherige Kommunikations- und Content-Strategie überdenken und anpassen.

Was will ich wem sagen – diese Frage zählt auch im Netz!

Wer meine Sicht auf die digitalen Unternehmenskommunikation kennt, ahnt vermutlich schon, was jetzt kommt. Ich wähle die Nr. 3! Warum? Auch in der Social-Media-Kommunikation geht es zuallererst um die Gretchenfrage: WAS will ich WEM sagen? Es ist ein hartes Stück Arbeit, das herauszufinden. Das gebe ich zu. Aber die Mühe lohnt sich, wenn man im Gewirr der Stimmen im Netz langfristig gehört werden will. Die Erfahrung zeigt: Relevanter Content setzt sich durch!

Erst wenn die WAS-an-WEN-Frage wirklich beantwortet ist und eine tragfähige Story dazu entwickelt wurde, kommt die Auswahl der passenden Medien und Kanäle auf den Prüfstand. Nach wie vor bin ich überzeugt, dass guter und strategisch durchdachter Content eine Homebase wie ein Corporate Blog oder ein Online-Magazin braucht – ganz besonders im B2B-Umfeld.

Muss es unbedingt Facebook sein?

Bei der Frage nach der optimalen Cross-Promotion von Inhalten im Netz kann es bei der weiteren gründlichen Bestandsaufnahme zu sehr interessanten Ergebnissen kommen. Vielleicht ist ein Engagement auf Facebook mit Blick auf die Zielgruppe(n) gar nicht so zielführend, wie man erst gehofft hatte?

Und wenn es doch unbedingt Facebook sein muss: Überzeugen Sie Ihre Fans mit professionellen, unterhaltsamen Posts, einem engagierten Community Management und legen Sie bei Bedarf noch eine Schippe drauf, um die Reichweite zu verbessern.

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